Kurzer geschichtlicher Abriss der Freiwilligen Feuerwehr Oberau

 

 

 

 

Schon bevor im Jahre 1811 die erste staatliche Brandversicherung ins Leben gerufen wurde, dürfte das Feuerlöschwesen in Oberau ähnlich geregelt gewesen sein, wie dies auch in den Gemeinden Garmisch und Partenkirchen chronistisch belegt ist. Löscheimer aus Leder, um 19. Jahrhundert

 

Zu dieser Zeit musste jeder Hauseigentümer je nach finanzieller Lage und Anwesengröße einen oder mehrere lederne, bzw. hölzerne, Löscheimer bereithalten. Im Brandfall mussten diese mit eventuell vorhandenen Leitern zur Einsatzstelle gebracht werden. Auch waren die männlichen Einwohner verpflichtet, im Ernstfall Hilfe zu leisten (Nachbarschaftshilfe).

                                                                                                                                

In Oberau konnte vor 1811 ein Brandgeschädigter einen Kredit aus dem Vermögen der Filialkirche St. Georg in Anspruch nehmen. Hinter seinen Namen wurde dann das Wort „Abbrändler“ ins Schuldnerverzeichnis des „Capitalienbuches St. Georg zu Au“ eingetragen. Mit der Rückzahlung des Kredites konnten sie der Betreffende meist Zeit lassen.

 

In der Bezirksbrandverordnung des Jahres 1812, betreffen das Schloss in Murnau ist bereits niedergelegt, dass im Brandfalle auch die „Feuerwehr aus Oberau“ zum Löschen zu erscheinen hat.

 

Bereits 1830 ist belegt, dass seitens der Gemeinde Oberau eine mechanische Feuerspritze nebst hölzernen Löscheimern zum Befüllen angekauft wurde.

 

In der Ortschronik der Gemeinde Partenkirchen ist nachzulesen, dass Oberauer (Feuerwehr-) Männer schon beim großen Ludwigstraßenbrand im Jahre 1865 in die Löscharbeiten eingebunden waren.

 

HanddruckspritzeIm Jahre 1876 wurde eine Handdruckspritze mit Sauger durch die Gemeinde beschafft. 1888 wurde die Pflichtfeuerwehr eingeführt, wobei ein Mannschaftsstand von je 8 Wehrmännern vorhanden war.

 

Am 01.10.1890 fanden sich 37 Oberauer Männer zusammen und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Oberau. Als Einsatzgerät stand Ihnen eine Handspritze (Aufschrift: „ Oberau 1876“), einige Holzkübel und 220 m Schlauch zur Verfügung.

 

Die Führung der Einsatzkräfte oblag Josef Löcherer sen. Als 1. Kommandanten.

Erster Vorstand war der damalige kgl. Posthalter Josef Demmel.

 

Im Verwaltungsrat waren vertreten: 1. Kommandant, Adjutant (= stellv. Kdt.), Kassier, Schriftführer, Zeug-/Gerätewart, Vereinsdiener, Führer der drei Züge (Steigerzug, Spritzenzug und Schlauchhaspelzug).Steigleiter

 

Am 09.04.1905 kaufte die Freiwillige Feuerwehr bei der Fa. Braun in Nürnberg eine fahrbare Steigleiter mit 10 m Steighöhe um den Preis von 650 Mark, welche Anfang Juni des Jahres geliefert wurde. Die Kosten brachte die Feuerwehr großteils durch Eigeninitiative auf.

 

Beim ersten großen Brand der „ Fabrik Kienzerle“ ( Vorgänger der Papier und Pappe ) im Jahre 1933 wurden die vorhandenen Geräte und die sämtlicher Nachbarwehren dringen benötigt.

 

Motorspritze Magirus 1937Die erste Motorspritze, von der allerdings bislang der Typ und Hersteller nicht in Erfahrung gebracht werden konnte, wurde 1936 bestellt und 1937 ausgeliefert. Im Schriftführerbericht dieses Jahres ist nachzulesen, dass ganz besonders dass zu gleicher Zeit erworbene Schaumlöschgerät und die „ Stein-Düse“ ein wesentlicher Fortschritt waren. Mit diesen Gerätschaften konnte die Effektivität enorm gesteigert werden.

 

Beim nächsten Großbrand im Oberauer Sägewerk „ Pöttinger“ 1936 konnte die Effektivität festgestellt werden, als dort dort die Lackierungsabteilung brannte und auf das gesamte Werk überzugreifen drohte.

 

Leider war das Jahr 1937 schon durch „ Führerbefehle“ überschattet. In diesem Jahr musste die Mannschaftsstärke auf „ allerhöchste Anordnung“ auf 34 Mann reduziert werden, wobei diese Mannschaft auch als Polizeitrupp zu fungieren hatte.

 

In den Jahren des folgenden II. Weltkrieges mussten immer mehr Wehrmänner an die Front. Das Feuerwehrwesen ab 01.04.1939 war durch Jung-, Einsatz- und Altersabteilung aufrecht zu erhalten.

 

Auch mussten die Männer unserer Wehr zu Löscharbeiten bis nach München ausrücken. In Oberau hatten die verbliebenen Wehrler alle Hände voll zu tun mit Luftschutzalarmübungen und Voll-Appellen.

 

Auch bei den großen Hochwassereinsätzen am 30./31.04.1940 und 1943 funktionierte die 2 „Polizeitruppe der FFW Oberau“ reibungslos. Auf alten Bildern ist zu sehen, dassMotorspritze Baujahr 1946 Oberau damals einer Insel im „ Loisachsee“ glich.

 

1947 konnte eine Motorspritze „ Ziegler“ samt 1 20-m-B- und 1 15-m-C-Schlauch erworben werden.

 

1953 begann die Gemeinde am Schmiedeweg ein neues Feuerwehrgerätehaus zu errichten. Das alte, das auf dem Gelände des jetzigen Schulhaus-Querbaus stand, war zu klein geworden für die anwachsende Zahl der Gerätschaften. Leider ist vom Verbleib der alten Pumpen und Geräte nichts bekannt. Schon 1954 konnte das Feuerwehrgerätehaus bezogen werden.

 

LF 16 TS, MAN, Aufbau: ZieglerEnde 1954 erwarb die Gemeinde von der Nachbarwehr Partenkirchen eine fahrbare Motorspritze, wofür eine schnellstmögliche Einschulung der Kameraden von Nöten war.

 

 

Mit dem Erwerb des LF 16 TS mit einschiebbarer TS 800 im Jahre 1963 war die Oberauer Wehr mit den modernsten Löschfahrzeugen im Landkreis ausgerüstet.

 

Erst 1980 musste die Gemeinde wieder einen größeren Betrag zur Erhaltung der Mobilität der FF Oberau aufwenden. Nach langen Für und Wieder wurde ein TLF 16/25 der Fa. Daimler Benz für 220.000 DM erworben.

 

Nachdem dieses TLF mit eines elektrohydraulischen Rettungsschere und Spreitzer nachgerüstet wurde, fuhr die FF Oberau am 01.12.1989 erstmals auf die B 2 außerhalb des Ortsgebietes um eine verunglückte Person nach einem Verkehrsunfall aus einem Fahrzeug zu bergen.

 

Der Fuhrpark der Wehr wurde 1993 mit dem Erhalt eines VW-Synchro als Mehrzweckfahrzeug komplettiert.

 

Nach mehr als 10jährigem Kampf konnte am 20.07.1998 das neue Feuerwehrgerätehaus in der Unterfeldstraße bezogen werden. Zeitgleich wurde ein LF 16/12 vom Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Der Heimat zum Schutz,

dem Feuer zum Trutz,

Gott zur Ehr,

den Nächsten zur Wehr  

 

 

© 2004   Freiwillige Feuerwehr Oberau    Kontakt: mail@feuerwehr-oberau.de